galerie gölles - Logo
 
Aktuelle Ausstellungen
 
 
 
 
 
ANDREAS LEIKAUF
 

Friendly People

 

Vernissage am Sa 30. Juni 2018 um 18:00 Uhr

 

zur Eröffnung spricht Günther Holler-Schuster, Universalmuseum Joanneum Graz

 

Ausstellung bis 30. August 2018

Mo- Sa von 9.00 – 19. 00 Uhr u. So nach Voranmeldung

 

 

 

Die Bilder von Andreas Leikauf wirken schrill, vom Zeitgeist erfasst und einer allgemeinen medialen visuellen Öffentlichkeit entsprungen. Genauso wie die Slogans, die in den Bildern immer wieder für narrative Inhalte sorgen, sind auch Leikaufs Bilder selbst in ihrer visuellen Kraft sloganhaft, schnell erfassbar, diversen Klischees selten ausweichend und plakativ. Wie in farbiges Licht getaucht wirken die Szenarios, die der Künstler aufbaut – das Leben als kontinuierlicher Film. Die Protagonisten und Protagonistinnen erscheinen dabei in ihrer Klischeehaftigkeit nicht überbietbar zu sein. Sie sind Zeugen einer medialen Wirklichkeit, die sich aus Gegenidyllen, künstlichen Paradiesen und anonymen Orten der Einsamkeit nicht mehr befreien können – es vielleicht gar nicht wollen. Sie sitzen in ihren Autos, sind mit ihren Frisuren beschäftigt, schauen das Publikum fragend an oder richten den Blick bedeutungsvoll und nachdenklich in die Ferne.

Die Diskussion um die Pop Art, nicht die Pop Art selbst, hat diese Werke möglich gemacht. Der dichte Fundus an visuellen Formulierungen aus Film, Pop Musik, Mode und Life Style bestimmen grundsätzlich längst den Alltag. Das Visuelle wird dabei zum Inhalt, wird gleichsam zum alles bestimmenden Element der mediatisierten Welt. Codes etablieren sich und lösen sich im nächsten Moment wieder auf, lassen die Protagonisten scheinbar ratlos zurück. Moden entwickeln sich dabei zu schnelllebigen Prozessen, denen die jeweilige visuelle Formulierung kaum noch folgen kann. Man scheint in Leikaufs Bildern immer einen Schritt hinterher zu sein, der Entwicklung der Zeit kaum Stand halten zu können – es möglicherweise gar nicht zu wollen. So geschieht unvermittelt eine gewisse Identifikation des Publikums mit den Dargestellten. Man scheint sich mit der Coolness der Szenerie genauso zu identifizieren, wie mit der letztendlichen Ausweglosigkeit derselben.

Slogans und Wortspiele sind von jeher ein zentraler Aspekt in den Gemälden von Andreas Leikauf. Wie beiläufig ins Bild gesetzt wirken diese plakativen Aussagen oft verstörend, meist jedoch schließen sie sich mit dem Bild zusammen zu einem Narrativ. Ob sie sich auf T-Shirts, Mauern, Autos, Plakatwänden, oder einfach frei vor einem indifferenten Hintergrund ergeben, ist sekundär. Meist werden sie als Aussagen oder Gedanken – den Sprechblasen von Comics nicht unähnlich – einzelnen Dargestellten zugeordnet. Oft beschreiben sie aber nur ein Gefühl, das der Szenerie eine inhaltliche Richtung zu geben scheint.

Das Wortspiel kann grundsätzlich als eine Art Weigerung, sich einer sprachlichen Ordnung zu unterwerfen, angesehen werden. Das sprachliche System wird dabei listig ausgenutzt und gleichsam geplündert. Wortspiele beziehen parallele Prozesse ein und haben die Fähigkeit simultan verschiedene Informationsflüsse zu verarbeiten. Das ist auch die Voraussetzung dafür, dass Wortspiele in der kommerziellen Kultur – Werbung, Pop Songs, Slogans – weit verbreitet sind. Sie komprimieren eine Vielfalt von Bedeutungen auf engem Raum.

In Andreas Leikaufs Bildern wird genau damit kalkuliert, wenn die Bedeutungen der Worte aus der Kontrolle geraten und neue Codes definieren. Nicht selten ergeben sich daraus kritische, das gesellschaftliche Leben allgemein betreffende Kommentare. Sie verkörpern letztlich die Spannung zwischen dem Richtigen und dem Spielerischen, wobei das Spielerische immer das Potential hat undiszipliniert, skandalös und offensiv zu sein. Offensiv ist auch die Malweise von Andreas Leikauf, exzessiv und mit groben Pinselstrichen und in leuchtenden Farben scheint sie den Gesetzmäßigkeiten der Populärkultur zu folgen. Das Element der Überaffirmation lässt jedoch den Eindruck des Zweifels im Betrachter zurück. Die Unentrinnbarkeit aus dem medialen Kosmos wird dabei zwar unterstrichen, jedoch nicht als kulturpessimistische Ausweglosigkeit dargestellt.

 

Günther Holler-Schuster 

 

Andreas Leikauf

 

*1966 in Judenburg, Österreich.

Studium der Malerei und der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien.

 

Einzelausstellungen (Auswahl/seit 2001) :

 

2018    Galerie Gölles, Fürstenfeld                                                                                                   

            Werkstadt Graz

2017    Projektraum Viktor Bucher, Wien (mit S. Mathewson)

2016    Schultz Contemporary, Berlin

            Galerie Hilger, Wien (Katalog)
            Galerie Gölles, Fürstenfeld

2013    Galerie Hilger, Wien

2012    Galerie Schafschetzy, Graz (mit B. Tragut)

2011    Galerie Hilger, Wien (Katalog)

2008    Hilger Contemporary, Wien (Katalog)

            Galerie Schafschetzy, Graz

            Anima Gallerí, Reykjavik

2007    Galerie Schuster, Frankfurt

2006    Galerie Davide di Maggio, Berlin

            Hilger Contemporary, Wien (mit F. Favelli) (Katalog)

            GAS Gallery, Torino (Katalog)

2005    Espacio Liquido, Gijon

Galerie Bob Gysin, Zürich

2004    Hilger Contemporary, Wien (mit B. Tragut) (Katalog)

2003    Galerie Binz&Kraemer, Köln (mit S. Weissenbacher)

            Webster University, Wien

2002    „Hurra!“ Atelier 96, Wien (mit W.Herbst)

2001    „Have a nice day!” artLab, Wien (Katalog)

      „Meine erste Million” Neue Galerie (Studio), Graz (Katalog)

 

 

Beteiligungen (Auswahl/seit 2001) :

 

2017    „Kunstessenzen XII“ Galerie Friedmann-Hahn, Berlin

            „*“ Werkstadt Graz

            „Neunerhaus Benefiz“ Kunstraum Wohlleb, Wien

            „kunst_koordinaten“ Museum Angerlehner, Wels

            „ein original  von…“ Galerie Gölles, Fürstenfeld

            „wer bist du?“ Neue Galerie, Graz (Katalog)
            „Buchstabenfest“ Zollamt, Bad Radkersburg
            „avanthard/avantfart“ Kunstraum Wohlleb, Wien

2016    „alchemie“ Galerie Augenblick, Kirchbach
            „painted surfaces“ HilgerBROTkunsthalle, Wien
            „*“ Werkstadt Graz
            „ein original von…“ Galerie Gölles, Fürstenfeld
            „30 jahre Werkstatt Andreas Stalzer“ Palais Breuner, Wien

2015    „ein original von…“ Galerie Gölles, Fürstenfeld
            „embedded art“ ORF Landesstudio Graz

            „Neunerhaus Benefiz“ Kunstraum Wohlleb, Wien

            "ist das kunst oder kann das weg?" dna Galerie, Berlin

            „subversiv" Grazmuseum
            "Einbildung" Galerie Zwischenbilder, Graz

2014    „Neunerhaus Benefiz“ Kunstraum Wohlleb, Wien
            „Unikatgraphiken“ Infeld Haus der Kultur, Halbturn
            „Figuration“ Museum Angerlehner, Wels

            „Das Maß aller Dinge“ Galerie Gölles, Fürstenfeld
            „Buchstabenfest“ Zollamt, Bad Radkersburg

2013    „aus der Sammlung“ Museum Angerlehner, Wels

            „rock´n´roll?“ Projektraum Viktor Bucher, Wien

            „drawing the world“ Galerie im Traklhaus, Salzburg
            „Ask for Haydn“ Landesgalerie Eisenstadt
            „Caltes Clima“ ORF Landesstudio Graz

            „*“ Werkstadt Graz

2012    „expedit 13“ Werkstadt Graz

2011    „*“ Werkstadt Graz

            „LOuVrE“ love_, Wien

            „rand:::zone“ ORF Landesstudio Graz

            „heimspiel 4“ Galerie Schafschetzy, Graz

            „lebensgeschichte(n)“ Kulturzentrum Kapfenberg

            „die welt – wie sie ist“ Hilger Contemporary Wien (Katalog)

            „comics make art – art makes comics“ Galerie Hilger Wien

            „10 jahre tonto“ Forum Stadtpark, Graz

2010    „*“ Werkstadt Graz

            „Bildtexte-Textbilder“ Galerie Hilger, Wien

            „Wien-Tokyo-Berlin“ AKG Berlin

            „expedit 11“ Werkstadt Graz

            „wertvoll<wertlos“ ORF Landesstudio Graz

            „found – wanted“ Galerie Kon-temporär, Graz

            „comickunst_2“ Galerie Maerz, Linz

            „Lebensgeschichte(n)“ rotor, Graz

            „ohne gnade“ Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz

            „open art“ summerstage, Wien

2009    „Druckgraphik aus Wien“, Ciel Gallery, Utsunomyia

            „JPS“ Metropolitan Art Museum, Tokyo (Katalog)

„ohne gnade“ the absence of art, Berlin (Katalog)

            „Macht“ Galerie Schafschetzy, Graz

            „10 jahre rotor“ rotor ,Graz

            „get connected“ Künstlerhaus Wien (Katalog)

            „Jahrhundertsturm“ Künstlerhaus Graz (Katalog)

2008    „Poznan Biennale 2008“ (Katalog)

            „teppichplots!“ prodomo, Wien

            « Alles ist druckbar » Kunstverein Schallstadt

«Micro-Narratives“ Musée d´Art Moderne, St. Etienne (Katalog)

2007    “Jochen Rindt Memorial“ Stadtmuseum Graz (DVD)

            “re:place”  Bast´art, Bratislava

            “Micro-Narratives”  Belgrade Cultural Center (Katalog)

      “Innenraum” Galerie Schafschetzy, Graz

            “Werkstadt für Kunstsiebdruck Andreas Stalzer” Karmeliterhof St. Pölten
            „Central Europe Revisited 1“Schloß Esterhazy, Eisenstadt (Katalog)

2006    “Palette” Greenberg van Doren Gallery, New York

            “con.text” Galerie Schafschetzy, Graz

2005    “Graphikbiennale Novosibirsk” (Katalog)

      “Hot Testing” Exit Gallery, Peje / Kosovo (Katalog)

“Fun City” Gas Gallery, Torino (Katalog)

“Section des tableaux”  M&M Gallery, Antwerpen

            “Eurostars” galleri s.e. Bergen

“ars pingendi” Neue Galerie Graz

2004      „no risk, no glory” loop, Berlin

“the first show”  fuorizona, Macerata

      “hollaender, kern, leikauf, petz, wanker“ Galerie Schafschetzy Graz

      „No Way to Norway“ galleri s.e  Bergen

2003    „Junge Wiener Kunst“ Galerie Storms, München

            „Visuelle Alltagskultur“  Galerie Knoll, Budapest

       “First View“ Hilger Contemporary, Wien

            “steirischer herbst” Projektraum Viktor Bucher, Wien

„Life is hard...“ Galerie Schafschetzy Graz

            „Art Cuts“  Palais Harrach, Wien

„Werkstadt Graz“ Galerie der Stadt Wels

2002    „Werkstadt für Kunstsiebdruck Andreas Stalzer“ Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz

„Semiotic Landscape“  Xawiery Dunikowski Museum, Warschau

            „Aus der Mitte“ Mannheimer Kunstverein

            „Central“ Stadthaus Ulm

            „Central“  MAK Galerija, Sarajevo (Katalog)

„Semiotic Landscape“  artLab, Wien (Katalog)

„Doubleheart“  Kunsthalle Exnergasse, Wien

2001    „Förderungspreis des Landes Steiermark” Neue Galerie, Graz  (Katalog)

      „Central” Galerie Binz & Krämer, Köln

„Central” Museum Morsbroich, Leverkusen

            „Central” Museumsquartier, Wien (Katalog)

„Young Austrian Art”  Espace Hilger, Paris 

 

 

Zahlreiche konzerte, musikperformances und veröffentlichungen von tonträgern im in- und ausland, zuletzt 2014 LP Mopedrock!!: „Virage“ bei konkord/rough trade.